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 Kriegsjahre

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melon-lon

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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 00:26

Nathaniel:

Meine Nase schien nicht gebrochen zu sein. Dies war die einzige freudige Nachricht, die ich erhielt.
In den nächsten Wochen verschärfte sich die Lage deutlich. Die Studierenden hatten sich in zwei Lager aufgeteilt und es erschien mir unmöglich mich weiterhin aus dem Konflikt herauszuhalten.
Ich hatte die Pflicht meine Heimat zu verteidigen.
Immer öfter arteten einst harmlose Diskussionen in Gewalt und Schlägereinen aus.
Doch dies sollte jegliche eine Kostprobe dessen sein, was uns in Zukunft erwartete.
Ende September erreichte mich ein weiterer Brief meines lieben Herrn Vaters.
"Mein Sohn", stand da in den geschwungenen Lettern seiner Schreibschrift.

"Strengst vertraulich ist der Inhalt dieses Briefes, möge er nicht in die Falschen Hände geraten.
Es wird Krieg sein. Nur noch eine Frage der Zeit. Sollten wir nicht bald bezüglich der wirtschaftlichen Lage in Übereinstimmung kommen mit unseren Brüdern im Norden, so befürchte ich, dass dieses Land nicht länger einig sein wird.
Es wird von dir erwartet, dass du für unsere Interessen kämpfst, wenn die Zeit reif ist. Noch ist es nicht offiziell."

Ich verbrannte den Brief auf der Stelle im offenen Feuer. Mein Vater sprach von einem Krieg. Einem Krieg zwischen den Brüdern einer Nation. Ich konnte es kaum fassen.
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Phiana



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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 01:24

Elizabeth
Umbrüche über Umbrüche rollten in den nächsten Wochen über unsere stadt hinweg, ich hatte von sklavenbefreiungen gehört, Menschen, die sich der Armee anschlossen, um für ihre Brüder und s
Schwestern zu kämpfen, die noch immer in den unmöglichsten Verhältnissen leben mußten.
Vor allem im Süden schien sich die Lage bzuzuspitzen, wir hatten zwar keine Möglichkeit, offiziell etwas zu erfahren, selbst die Briefe an den Bürgermeister gaben nicht viel her.
Doch konnten wir uns auf unsere Informanten verlassen, die ihre Augen und Ohren überall hatten.
Der Süden schien sich zusammen zu rotten und der Norden hatteb eingewilligt, der Ausnahmezustand würde nun wohl bald eintreten.
Was würde aus uns werden, wir waren nicht so tief gestellt wie ein sklave, doch herrschten auch unter den höheren bediensteten oftmals nicht die nettesten Umgangsformen.
Schläge bekam sogar ich, in letzter Zeit auch häufiger, wegen Kleinigkeiten, über die man gern wegsah, doch nun, wo es anfing zu brodeln, war die Lage angespannt und das Faß lief ständig über.
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melon-lon

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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 08:05

Nathaniel:

Bürgerkrieg. Das Wort kam mir in den Sinn. Ich hatte drüber gelesen in der Bibliothek meines Vaters.
Ein Krieg, den man unter Patrioten führte.
In Frankreich hatte es einst einen Bürgerkrieg gegeben, der in einer blutigen Revolution endete. Sogar im alten Rom hatte es Bürgerkriege gegeben.
Mein Vater erwähnte in seinem Brief wirtschaftliche Differenzen zwischen dem Norden und uns, aber mir war die wirkliche Bedeutung dieser Worte nicht bekannt.
Als ich in der Zeitung las, realisierte ich jedoch den tatsächlichen Grund.
"Präsidentenkanditat spricht sich gegen die Sklaverei aus."
Diese Worte waren die Schlagzeile. Im folgenden Artikel schilderten sie mit Welcher Grausamkeit Sklaven gehandhabt wurden ins besondere auf den Plantagen des Südens.
Je mehr ich davon las, desto schlechter wurde mir. Es handelte sich hierbei um pure Hetzerei!
"Alle Menschen haben das Recht darauf freie Bürger dieses Landes zu sein." So endete der Artikel.
So dermaßen töricht er auch war, dieser Artikel machte mir klar, dass die Zeit des Aufbruchs gekommen war.
Nicht länger konnte ich hier verweilen und tatenlos dabei zusehen, wie der Norden alles zunichte machte, was wir aufgebaut hatten. Und das für einen Haufen von Sklaven.
Ich würde stolz in jenen Krieg ziehen.
Viele andere Junge Männer waren meiner Meinung. Wir versammelten uns schon bald und machten uns auf in Richtung Heimat.
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Phiana



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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 08:32

Elizabeth
Wieder eine Nacht eingesperrt in diesem kahlen Raum, nicht einmal richtig waschen konnte ich mich mehr, die Vorzüge, die ich bisher genießen durfte, waren dahin, weggeschwemmt von denen, die für das Recht einstanden, Sklaven halten zu dürfen ... die einfach mit dem Leben anderer Menschen lebten, denn das waren sie, egal, welche Hautfarbe sie hatten, es waren Menschen und nichts anderes, doch wurden sie behsndelt, als seinen sie Vieh.
Am nächsten Morgen mußte ich ebenfalls auf die Felder, wir wurden so weit wie möglich von allen Orten ferngehalten, wo man uns finden und 'befreien' konnte, dabei wußten wir noch nicht mal, wer genau unsere Befreier sein sollten.
Waren Menschen aus dem Norden auf dem Weg hierher? Daß sich die Menschen hier gegen die Sklaverei aussprachen, konnte ich nicht glauben, dafür waren sie viel zu sehr an undsere Arbeit gewöhnt.
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melon-lon

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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 10:38

Nathaniel

Der Ritt Richtung Heimat dauerte sehr viel länger als erwartet. Ein wenig Bedauern schlich sich doch in mein Gemüt. Ich ließ diesen Teil unseres noch Landes hinter mir, ohne jemals in einer der großen Städte gewesen zu sein. Dabei war es mein größter Wunsch gewesen einmal New York, diese Stadt zu sehen, von der all meine Freunde schwärmten.
Wir machten Rast in einem Saloon. Die Strecke war zu weit. Die Hinfahrt hatte ich in einer Kutsche zugebracht, aber nun waren wir eine große Gruppe. Es verlief durchaus schleppend.
Ich nutzte die Zeit um einen erneuten Brief an meinen Vater zu verfassen, in dem ich kundtat, dass ich auf dem Heimweg war. Er sollte es wissen.
Rasch versiegelte ich ihn, als einer der Männer mein Zimmer betrat. Der Alkohol war ihm anzusehen.
"Edwards!", nuschelte er und ich hatte Probleme seine Worte zu verstehen.
"Komm runter, Freund. Du verpasst noch den ganzen Spaß!" Ich sah ihn etwas skeptisch an, war ich mir doch nicht sicher, ob dies der richtige Moment für eine Festlichkeit war, doch wann würden wir schon die nächste Möglichkeit dazu haben, ein wenig Spaß zu haben.
"Nun gut.", meinte ich und folgte ihm nach unten.
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Phiana



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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 10:47

Elizabeth

In den nächsten Tagen bekamen wir immer mehr Arbeit aufgehalst, obwohl das in unseren Augen schon fast nicht mehr möglich war.
Der Grund war recht einfach, alle städte und dörfer in der Umgebung bekam einen deutlichen Zuwachs, da viele der söhne reicher und armer Väter zurück kamen, um sich hier auf den Krieg vorzubereiten und für 'eine gerechte Sache zu kämpfen".
Auch der älteste sohn des bürgermeisters wurde zurück erwartet, er hatte einen hohen Rang bei der Armee, so hieß es und man munkelte, er würde den Verrätern schon Beine machen.
Zudem galt er als ziemlich brutal und rücksichtslos, ich hatte zum Glück noch nicht viel mit ihm zu tun gehabt, aber sobald er in der Nähe war, sollte man sich besser aus dem Staub machen, so hatte es mit Ella eingebläut.
Wir saßen gerqade unten in der küche am Feuer und bereiteten das abendessen für die Herrschaften vor, schälten kartoffeln und Ella sang mir eines ihrer lieder aus ihrer Heimat vor und ich lächelte, ich hörte ihr wirklich gern zu, wenn sie von ihrem Zuhause erzählte, wo alle Menschen eine dunkle Haut hatten und der Wald so groß war, daß man sich leicht in ihm verlaufen konnte.
Ihre augen bekamen immer einen sehnsüchtigen Glanz dabei und ihre stimme wurde so wehmütig, daß auch mein Herz schwer wurde und mich das Heimweh ergriff.
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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 11:35

Nathaniel

"Mein Vater is Bürgermeister.", nuschelte er, während er sich einen weiteren doppelten Whiskey hinunterkippte. "Er wollt schon imma, dass ich zur Armee gehe. Aber Krieg is schecklich, mein Freund." Er klopfte mir so heftig auf die Schulter, dass mir beinahe das Glas aus der Hand fiel. Ich konnte es gerade noch auf dem Thresen abstellen.
"Sicher.", sagte ich nur und verzog das Gesicht, als er sich noch einen Whiskey bestellte. Seine Familiengeschichte erweckte nicht mein Interesse.
"Mein jüngerer Bruder is grad mal vierzehn." Er redete einfach weiter. "Ich will nich, dass er kämpft. Der Bursche is nich dazu geschaffen worden." Ich nickte damit er endlich den Mund hielt, aber er tat es nicht.
"Ich mache mir Sorgen um ihn, wenn der Krieg zu lange dauert, werden sie ihn einziehen." Sein Blick wurde nachdenklich und mir fiel auf, dass er wohl einen Höheren Rang haben musste, denn seine Uniform war anders, als die der Kadetten.
Er schwieg auch weiterhin.Welch traurige Geschichte! Zum Glück war sie endlich vorbei.
"Entschuldigen Sie bitte.", ich erhob mich von meinem Hocker. Einige Fräulein hatten vorhin meine Aufmerksamkeit gestohlen und winkten mich nun zu sich.
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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 11:42

Elizabeth

Ellas Augen schwammen in Tränen und sie putzte sich geräuschvoll die Nase, sah mich an und lächelte ein wenig. "Es ist schön, daß du hier bist, Kind," sagte sie und ich nickte, drückte ihre schwielige, von der Arbeit ganz raue Hand.
"Natürlich, man hat mich ja hier zum Küchenmädchen degradiert, wenn hier die feinen Herrschaften kommen, um ihre Söhne zu begrüßen, soll ich wahrscheinlich nicht zu sehen sein," seufzte ich und sah sie an.
"Macht mir aber nichts aus, es ist schlimm, wenn die Sodaten nach Hause kommen und am liebsten jedem Rock hinterherstarren und einen mit den Blicken ausziehen und sich auch noch an dich heran machen nur weil du gerade am falschen ort bist."
"Du solltst aufpassen, du weißt, daß Reginald sicher schon auf dem weg hierher ist, er ist dann ein Soldat, der schon lange keine Frau mehr gesehen hat," sagte Ella leise und ich nickte.
"Ich denke, er wird mich nicht mal erkennen, als er hier weggegangen ist, war ich gerade knapp dreizehn, warum sollte er sich an ein einfaches Dienstmädchen erinnern, das war ich zu dieser Zeit noch nicht mal wirklich gewesen."
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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 12:31

Nathaniel

Die Damen kicherten, als ich mich zu ihnen setzte. Frauen hatten eine Schwäche für mich, das hatte ich schon als kleiner Junge festgestellt.
"Mademoiselles.", begrüßte ich sie säuselnd und küsste nacheinander ihre behandschuhten Hände.
Sie kicherten nur noch mehr. "Sie Schlingel!", stieß eine vernügt aus und schlug einen Fächer auf, um ihr Gesicht dahinter zu verbergen. Das taten sie oft, um geheimnisvoller zu wirken.
Ich amüsierte mich noch den ganzen Abend köstlichst, aber am nächsten Morgen mussten wir erneut aufbrechen.
Der Mann, der mir von seinem Bruder erzählt hatte, ritt neben mir her und wollte mich einfach nicht in Frieden lassen.
"Ich heiße übrigens Reginald.", stellte er sich auf einmal vor. "Aber du kannst mich ruhig Reg nennen, das tuen eigentlich alle." Ich sah ihn skeptisch an, während ich mein Pferd zu einem zügigen Trab antrieb, doch er holte mich ein.
Seit wann waren wir beim Du? "Nathaniel." Ich würdigte ihn keines Blickes, konnte ihn jedoch neben mir lachen hören.
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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 12:39

Elizabeth

Wir wärmten uns am Feuer, solange es noch möglich war, den in den kleinen räumen, in denen wir die Nächte verbringen mußten, war es trotz des recht milden Wetters draußen recht kalt, ich hatte ein wenig den verdacht, daß sie auch mal als kühlräume benutzt wurden.
Man hatte uns zwar Decken gegeben, aber die machten die Sache auch nicht besser, da sie durch die Temperatur meistens klamm waren, sobald wir hinuntergingen und uns versuchten, mit ihnen zu wärmen.
Doch irgendwann hatten wir auch den Aufwasch erledigt und mußten uns von der warmen Küche trennen, Da ich den Herrschaften zumindest noch den abendtee fertig machen mußte und ib den Flur stellen sollte, wartete Ella auf mich und wir gingen gemeinsam los, immerhin 'wohnten' wir ja nebeneinander.
Müde legte ich mich ins Bett, und war kaum eingeschlafen, als ich auch schon wieder hinaus mußte.
Die Nächte bestanden bei uns nur aus höchstens drei Stunden, was nach dieser Arbeit eindeutig zu wenig war, doch nahm man darauf keine Rücksicht.
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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 13:08

Nathaniel:

"Und Nathy, was hat dich an die Akademie geführt?", fragte er mich und ich versuchte keine Reaktion zu zeigen, als ich diesen Furchtbaren Spitznamen vernahm.
"Mein Vater war der Meinung es sei gut für mich. Es handelt sich dabei um eine Tradition."
"Verstehe.", brummte Reginald. "Hältst wohl nicht viel von dem ganzen, was?"
Ich drehte den Kopf zur Seite und vernachlässigt für einen Moment das Pferd.
"Nein.", sagte ich trocken. "Reinste Zeitverschwendung, wenn Sie mich fragen."
Reginald nickte. "Das ist es doch immer und bitte nicht diese Förmlichkeiten. Es gibt davon viel zu viele in meinem Berufsstand. Bevor es mir entfällt.", fügte er noch rasch hinzu.
"Bald werden wir an meiner Heimatstadt sein. Wenn es so weit ist, bitte ich dich für die Nacht mein Gast zu sein."
Das schien mir doch ein gutes Angebot, das ich nicht ablehnen wollte. Endlich ein vernünftiges Anwesen mit guten Betten.
Nach all den Wochen Akademie war das eine willkommene Abwechslung.
"Ich bedanke mich, Reg.", sprach ich und freute mich bereits auf unsere Ankunft.
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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 13:15

Elizabeth
Aus zuverlässiger Quelle erfuhren wir, daß der Sohn des bürgermeisters mit ein paar anderen Männern schon bald hier eintreffen würden.
Jetzt ging die Hektik erstr richtig los, er war immerhin mehrere jahre nicht hier gewesen unds seine Eltern waren schier aus dem häuschen und scheuchten alle duech die Gegend, für ihren Sohn sollte es nur das allerbeste geben.
Dumm nur, daß das Allerbeste kaum bis gar nicht mehr vorhanden war und ich Ewigkeiten brauchte, um genügend fleisch auf dem Markt einzukaufen, damit wir so viel im Haus hatten, daß es auch ausreichte.
Zudem sollte auch noch ein Empfang an dem abend der ankunft gegeben werden, damit sich die Männer rundum wohlfühlen konnten.
"Und wir dürfen wieder schuften," meinte ich nur zu Ella und sie nickte. "Laß es gut sein, kind, es gibt Schlimmeres, wenn der Krieg kommt, werden wir sie schnell wieder los sein.§
Ich wußte nur nicht, ob dieser Gedanke mich beruhigte, vor allem, weil es hier nicht so war, daß man die Sklavenbefreiung unterstützte. Im schlimmsten Falle würde der Krieg auch hier einzug halten und das gefiel mir gar nicht, doch bevor ich mir Gedanken machen konnte, wurde ich schon wider angetrieben.
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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 13:33

Nathaniel:

Es war bereits spät am Abend, als wir die kleine Stadt, deren Name mir kaum etwas sagte, erreichten.
Außer meiner Wenigkeit, waren auch weitere Burschen die hier zu für die Nacht residieren gedachten und der ganze Ort schien sich zu uns umzudrehen, als wir durch die Straßen ritten.
Reg führte mich zu ihren Ställen. Nicht so groß wie Zuhause, jedoch komfortabel genug für eine Nacht.
Ich tätschelte sanft den Kopf des schwarzen Hängstes und verabschiedete mich stumm von ihm. Er hatte gute Arbeit geleistet.
Aus der Satteltasche holte man meine und Regs Habseligkeiten und trug sie für uns zu ihrem Anwesen. Es war ein schönes ein hübsches Häuschen. Nicht zu vergleichen mit unserem, aber zweifelsohne geschmackvoll genug.
Vor dem Eingang erwartete uns die gesamte Dienerschaft, bestehend aus an die 10 Personen und sie alle neigten ihre Köpfe, als sie Reginald sahen, so wie es sich gehörte. Schließlich war er der älteste Sohn. Auch mir zollte man den nötigen Respekt.
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Phiana



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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 13:38

Elizabeth
Als ich mich gerade umgezogen und die Diensttracht gegen eine saubere ausgetauscht hatte, hörte ich draußen Hufgeklapper und Pferdegewieher, dann die aufgeregten Stimmen meiner Herrschaften, die uns alle zusammen riefen.
Schnell verbarg ich meine Blonden langen Haare unter einer Haube und gesellte mich dann zu den anderen.
Fünf Männer waren es, die auf dem hof standen und sich umsahen, ich stand neben Ella die sich mehr als unwohl beim Anblick der Uniformen zu fühlen schien und den Kopf gesenkt hielt.
Ich sah mich um, ich war die Einzige, die dies nicht tat, ich sah den Männern ins Gesicht.
Warum auch nicht, man mußte ja sehen, wen man vor sich hatte, also tat ich das auch.
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melon-lon

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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 14:01

Nathaniel:

Eines der Dienstmädchen fiel mir auf, obwohl ich dem Personal normalerweise nicht viel Beachtung schenkte. Sie besaß tatsächlich die Frechheit mich direkt anzusehen.
Das musste ich Reginald wohl später mitteilen, doch zu meinem Erstaunen lief er genau auf jene einfache Bedienstete zu.
"Betty mein Mädchen!", rief er freudig und ich tauschte einen Blick mit meinen anderen Kameraden aus. Auch das Personal schien verwirrt.
"Ich hätte dich kaum wiedererkannt!" Fuhr Reg fort. "Du bist ja eine wahre Schönheit geworden. Zeig mir doch deine wunderschönen blonden Haare. Ein Jammer, dass du sie versteckst!" Ich sah Reginald nun direkt an.
Solch ein Benehmen hatte ich nicht von ihm erwartet. Eine einfache Bedienstete war sie! Das war mehr als unsittlich.
Ich schenkte allen beiden einen missbiligenden missbilligenden Blick, bevor ich das übliche Büchlein aus meiner Tasche holte, um darin zu lesen, bis die Farce zuende war.
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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   So 14 Jun 2015, 14:09

Elizabeth

Fast hätte ich gedacht, wir hätten diese ganze Prozedur hinter uns gebracht und war schon in Gedanken wieder auf den weg in die Küche, als ich sah, daß Reginald auf mich zukam, erschrocken wich ich zurück und prallte dabei gegen George, der sowas wie ein Mädchen für alles war und der mich festhielt, bevor ich hinterrücks mit ihm zu Boden gegangen wäre.
"Tut mir leid, werter herr, dies ist die Bekleidung, die mir zur Begrüßung zugeschrieben würde, die Herrschaften wären sehr erzürnt, würde ich etwaqs daran ändern," sagte ich und knickste noch, bevor ich mit Ella wieder Richtung Küche verschwand.
"Warum hast du auch nicht den Blick unten behalten," fuhr sie mich gleich an und erhob tadelnd den Finger.
"Ich glaube nicht, daß das etwas geändert hätte," meinte ich und seufzte auf, dann sah ich sie an. "Und 'Betty' hat auch nur er mich genannt, keine Ahnung, wieso. Und sein mädchen bin ich schon mal gar nicht, der soll mich ja in Ruhe lassen."
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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   Mo 15 Jun 2015, 09:19

Nathaniel:

"Hör auf mich so anzusehen, Nathy.", rief Reginald lachend, als wir gefolgt von den anderen Genossen das kleine Anwesen betraten.
"Wir sind bloß Freunde der Kindheit. Sind zusammen aufgewachsen." Ich nickte zwar, glaubte ihm jedoch kein Wort.
Er hatte sie wie eine Frau angesehen und nicht wie eine Schwester.
Eine Bedienstete! Ich respektierte Reginald für seinen hohen Rang beim Militär, aber dies war eine wahre Unsitte!

Reginald stellte mich seiner Familie vor, die sich zu diesem Anlass versammelt hatte. Ihr Sohn war nach Jahrelanger Abwesenheit zurückgekehrt, auch wenn bloß um bald in einen erneuten Krieg zu ziehen.
Die Frau Mutter weinte und der Vater schloss seinen Sohn stolz in die Arme.
Auch traf ich den kleinen Bruder. Ein wahrer Rotzlöffel! Wie er sich benahm!
Es gab ein wahres Bankett mit allerlei Speisen und beim Essen stellte sich heraus, dass mein Vater bereits Geschäfte mit der Familie getätigt hatte.
Dies verwunderte mich nicht sonderlich. Hinter einem Politiker stand meistens ein gut situierter Großgrundbesitzer. So funktionierten die Dinge.
Man begegnete mir fortan mit dem größten Respekt, so wie es sich auch gehörte.
Die Familie war außerordentlich gastfreundlich und das Essen verlief recht ordentlich die Stimmung war ausgelassen und beschwingt.
Nach den Speisen begaben mir uns noch in den Salon. Dort brannte bereits ein warmes Feuer.
Reginalds Vater wollte mit seinem Sohn über die aktuelle Lage sprechen und sie hatten mich dazu eingeladen.
Es erschien mir als unhöflich dort nicht aufzutauchen.
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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   Mo 15 Jun 2015, 09:29

Elizabeth

Wir mußten dieses Mal fast alle in fder Küche bhelfen, da es ein bankett für die Soldaten gab, wir hatten sogar mühe, daß das Essen reichte, denn es war doch mehr eingeladen worden, als wir zu beginn angenommen hatten, doch schafften es Ella und ich mit Hilfe einiger anderer Mädchen, das Essen so vorzubereiten, daß es reichen mußte.
Seufzend wischte ich mir die Stirn ab, der Schweiß glänzte auf ihr, da ich die ghanze Zeit über dampfenden Töpfen gesessen hatte, um aufzupassen, daß nichts anbrannte.
Dann wurde eingeteilt, wer das Essen nach oben zu den gästen bringen sollte, Ella wollte lieber in der Küche bleiben, was ich auch verstand, sie mochte die Soldaten aus mir bekanntem Grund nicht, was alle anderen respektierten und so gingen Maria und Margareth mit den Schüsseln nach oben, um dort aufzutischen.
Ich lehnte mich müde an die Wand, als der größte Trubel vorbei war und sah zu Ella, die anfing, die Töpfe einzuweichen.
"Geh einheizen, Kind, die Zimmer der Soldaten müssen warm sein, sonst schimpft man wieder mit uns," sagte sie und ich nickte, ging auf den Hof, um Holz zu holen.
Man hatte uns ja gesagt, welche Zimmer für die Herren bereit standen und so begann ich mit meiner Arbeit, fegte die Kamine aus, bevor ich frisches Holz hinein legte und es anzündete.
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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   Mo 15 Jun 2015, 10:02

Nathaniel:

"Die Lage ist äußerst prekär.", Der Bürgermeister stopfte seine Pfeife und zündete sie anschließend an. Ich hatte nie gefallen an solchen Dingen gefunden.
"Vater. Die Männer sind bereit. Wir können kämpfen." Reginalds Vater nickte und paffte seine Pfeife. Kleine Rauchwolken stiegen auf und fanden ihren Weg zur Decke.
"Sicherlich ist es nur noch eine Frage der Zeit.", fuhr der Bürgermeister fort. "Der neue Präsident wird in einigen Wochen gewählt."
"Vater. Ich halte es für sinnvoll, wenn wir vorher angreifen. Wir sollten den Überraschungsmoment ausnutzen."
"Wir sollten jedoch auch keine zu voreiligen Entscheidungen treffen. Es stehen Menschenleben auf dem Spiel."
Ich sah in das Feuer, das leise vor sich hinknisterte und eine träge Müdigkeit überkam mich.
"Es wird schwierig sein noch länger die Moral der Männer zu erhalten, Vater!" Rief Reginald inbrünstig. "Was meinst du dazu Nathaniel?"
Auf einmal sahen mich die beiden Männer an und ich wusste nicht so recht, da ich nicht wirklich zugehört hatte.
"Sicher.", stimmte ich Reginald zu. "Jedoch denke ich, dass ein Krieg womöglich die Geschäfte zum Ausland gefährden könnte. Es wäre folglich besser abzuwarten." Solch Dinge hatte ich meinen Vater des öfteren sagen hören.
Reginald und der Bürgermeister sahen mich an, doch begannen schon bald mir zuzustimmen. Sie schienen nicht gemerkt zu haben, dass es leere Worte waren.
"Du hast eine andere Perspektive auf die Dinge.", meinte Reginald anerkennend.
"In der tat. Die Geschäfte sind von äußerster Wichtigkeit.", stimmte sein Vater ein.
Eine Pause entstand und dies war der ideale Augenblick, um sich davonzustehelen, um diesem Raum zu entkommen.
"Gentlemen.", sagte ich schwungvoll und erhob mich.
"Wenn Sie mir erlauben, mich zu empfehlen. Ich denke es ist an der Zeit, dass ich zu Bett gehe." Die beiden Männer nickten mir kurz zu und es gelang mir endlich den Raum zu verlassen.
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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   Mo 15 Jun 2015, 10:48

Elizabeth

Fünf Soldaten waqren gekommen, also mußte ich azch demnentsprechend viele Zimmer anheizen.
Von weitem hörte ich, daß sich zumindest einige derfünf in einem der Gesellschaftsräume verschanzt hatten und laut lachten, anscheinend war Alkohol mit im Spiel, so, wie es sich anhörte.
Seufzend schüttelte ich den Kopf, soche Art von 'Annehmlichkeit' würde ich wohl nie verstehen.
Als sich die Tür zu dem Raum öffnete, stutzte ich erst, sah dann in das schon gerötete Gesicht eines soldaten
"Hey, na wen haben wir denn da? Du kommst uns geraqde recht, Kleines," meinrte er und packte mich grob am Arm, drückte mich an die Wand und grinste mich lüstern an.
Vor Angst war ich wie erstarrt, konnte nicht mal einen Laut von mir geben.
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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   Mo 15 Jun 2015, 11:59

Nathaniel:

Ich begab mich nach draußen an die frische Luft. Es war bereits sehr dunkel, aber die Lichter des Hauses erhellten den Hof gerade genug, damit ich noch ein wenig lesen konnte.
Mir war nicht danach in einem Raum zu sitzen und es war eine recht milde Nacht. Der Winter kam Daheim fast nie richtig. Im Norden allerdings hatte ich das erste mal in meinen Leben den Schnee gesehen.
Eine Weile beobachtete ich das treiben der Bediensteten und erinnerte mich an meine Kindheit. Dies hatte ich früher oft getan, obwohl meine Mutter es mir verboten hatte.
Ich schlug zum zigsten Male die erste Seite auf und blätterte bis zum ersten Gedicht. Die Worte hatten sich bereits in mein Gedächtnis eingebrannt.
Ich hätte sie im Schlafe sagen können. Bevor ich mich jedoch komplett in der Welt des Wortes verlieren konnte, wurde ich von lautem Grölen gestört. Es war ein furchtbar vulgäres Lied, dass man sang, wenn man sich dem Alkoholkonsum hingab und es nahm mir die Freude am Lesen.
Konnten sich diese Tölpel nicht einmal wie kultivierte Menschen benehmen? Das war wohl zu viel verlangt.
Aufgebracht erhob ich mich von meinem Platze und schritt zu einem von ihnen.
Erst bei näherer Betrachtung fiel mir auf, dass er vorhatte sich an der impertinenten Bediensteten vom Empfang zu vergreifen.
Dieses Mädchen schien sie alle manipuliert zu haben.
"Sie!", rief ich dem Soldaten zu und er drehte sich augenblicklich zu mir um. Seine Augen funkelten vor Angriffslust.
"Was willst du?" Er grinste hässlich. "Die kleine habe ich zuerst gefunden. Wer's findet darf's behalten!"
Ich verzog bei seinen Worten angewidert das Gesicht.
"Um Gottes Willen. Das Mädchen ist mir gleich. Ihre Anwesenheit hingegen stört mich beim lesen."
Er sah mich ungläubig an, doch dann wandelte sich seine Überraschung in Wut um und er packte mich mit seinen dreckigen Händen am Kragen.
"Hältst dich wohl für was besseres, was?", rief er aufgebracht, doch ich fegte seinen Griff mit einer Hand weg.
"Da irren Sie sich mein Freund. Ich bin etwas besseres. Und an ihrer Stelle würde ich die Hände von dem Personal hier lassen. Besonders von diesem Personal hier." Ich deutete mit dem Kopf auf das Mädchen.
"Sie wollen doch nicht etwa in die Missgunst des Herrn Kommandanten fallen?"
Er sah mich und dann das Mädchen an. Man konnte wahrlich erkennen, dass sein mickriger Verstand arbeitete.
"Gut.", knurrte er schließlich und zog von dannen.
Endlich hatte ich meine Ruhe. Ich kehrte an meinen Platz zurück um wieder mit dem Lesen zu beginnen.
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Phiana



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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   Mo 15 Jun 2015, 12:20

Elizabeth

Der geruch des Alkohols, der aus dem Mund des Soldaten kam, verschaffte mir ein dringendes Gefühl, mich übergeben zu müsdsen, gleichzeitig krampfte sich mein Magen zusammen, ich konnte nicht mal nach Hilfe rufen, meine Kehle schien wie zugeschnürt.
Als er dann auch noch begann, sich an mich zu drängen, fimg ich an zu zittern, ich wollte mich wehren, doch hatte er einfach zu viel Kraft, immerhin war er auch um einiges größer und kräftiger als ich.
Hilflos sah ich ihm in die Augen, meine Angst schien ihm zu gefallen, er grinste mir dreckifg ins Gesicht und hielt mixh eisern weiter fest.
Gerade als ich dachte, mein letztes Stündchen hatte geschlagen, wurde er von jemandem angesprochen, der ihn versuchte, aufzuhalten.
Ich öffnete die Augen, die ich vorher fest zugekniffen hatte und sah durch einen Tränenschleier hindurch, wie ihm ein anderer Soldat versuchte, ins Gewissen zu reden.
Zumindest schien dieser nicht angetrunken zu sein, auch wenn ihm seine Ruhe wichtiger war, als den Übergriff auf eine wehrlose Person zu vereiteln.
Was in meinen Augen nicht sonderlich männlich erschien, hatten die Soldaten des Landes nicht einen Eid abgelegt, das Volk Amerikas zu beschützen?
Immerhin war ich ebenfalls eine Bürgerin dueses Landes, aber mir wurde nun immer mehr klar, daß es wohl einen Unterschied gab zwischen Bürgern und ... Dienern, Sklaven wurden ja auch nicht anders behandelt, vielleicht wäre er nicht einmal eingeschritten, wenn Ella an meiner stelle gewesen wäre, denn sie gehörte nun mal zu denen, die gern von anderen behandelt wurden wie der letzte Abschaum.
Trotz allem hatte er den Erfolg, daß der Kerl mich los ließ und sich davon machte, die Tür hinter sich zuschmiß und in das Johlen seiner Kameraden einfiel.
Ich sah dem Mann nach, der sich wieder mit einem Buch beschäftigte und war im Zwiespalt, was ich nun tun sollte,immerhin schien es ihm völlig egal zu sein, was mit mir geschah.
Sollte ich mich bei ihm trotzdem bedanken? Es war gefährlich, als Dienstmädchen durfte man nicht das Wort an die Gäste richten, außer, es wäre, um ihnen etwas zu bringen oder etwas in der Art.
Jedoch hatten wir den gleichen Weg, dort wo er langging, mußte ich auch durch, zumal er auch stehenblieb und so in das Buch vertieft war, daß er anscheinend nicht zu bemerken schien, daß er mir den Weg versperrte.
"Gnädiger Herr, dürfte ich Sie bitten, einen Schritt beiseite zu gehen, damit ich an Ihnen vorbei kann?", fragte ich ihn leise, sah ihn bittend an.
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melon-lon

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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   Mo 15 Jun 2015, 12:56

Nathaniel:

Ich war erzürnt, weil ich bereits zum 3. Mal am heutigen Tage von meiner Lektüre abgehalten wurde.
Als ich aufsah stand noch immer jenes Dienstmädchen vor mir.
"Du bist ja immer noch hier!" Ich warf dem Mädchen einen abschätzigen Blick zu. Hatte sie denn keine Verpflichtungen, denen sie nachgehen musste? Seit wann konnte sich das Personal erlauben faul zu sein.
Da fiel mir auf, dass ich direkt vor dem Eingang stehengeblieben war. Wenn ich mich erst in der Literatur verlor, dann vergaß ich meine Umgebung vollkommen.
Ich trat beiseite. "Na geh schon!", forderte ich sie rasch auf, ehe ich wieder in mein Buch sah.
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Phiana



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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   Mo 15 Jun 2015, 13:04

Elizabeth

Etwas Ähnliches hatte ich schon erwartet, er war auch nicht anders als die anderen, wahrscheinlich hätte er sogar mitgemacht, wenn er auch zum Alkohol gegriffen hätte.
Deswegen nickte ich auch nur kurz und ging an ihm vorbei, versuchte, genügend Abstand zu halten, damit er sich nicht genötigt sah, noch mehr beiseite gehen zu müssen.
Kurz warf ivh einen blick auf sein Buch und lächelte ein wenig, dieses Buch kannte ich sogar.
"Gnädiger Herr haben einen ausgezeichneten Geschmack, was Literatur angeht, dies ist eines meiner Lieblingswerke," sagte ich noch und machte, daß ich bweg kam.
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melon-lon

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BeitragThema: Re: Kriegsjahre   Mo 15 Jun 2015, 13:31

Nathaniel:

Als ich ihre Worte zu mir durchdrangen, war sie schon längst im inneren des Hauses verschwunden.
Unmöglich, dass eine gewöhnliche Angstellte dieses Werk kannte.
Es war eine wahre Rarität. Ein Geschenk meiner Mutter.
Der Autor weitgehend unbekannt und das vor allem in Amerika.
Außerdem hieße dies, dass sie der französischen Sprache mächtig war.
Vermutlich hatte sie gelogen, um meine Aufmerksamkeit zu erlangen. Ähnlich wie sie Reginald um ihren kleinen Finger wickelte. Solch einer Frau schenkte man besser keine Beachtung.
Ich versuchte diese Begegnung aus meinen Gedanken zu verbannen, aber das Interesse hatte mich gepackt.
Was war bloß mit diesem Mädchen? Was wenn sie doch nicht log? Ich suchte schon Ewigkeiten jemanden, der meine Leidenschaft für französische Poesie teilte.
Ich schlug das Buch zu und verstaute es wieder in einer Tasche meiner Uniform.
Sie war bloß eine Bedienstete.
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Kriegsjahre
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